// Die Fachgebiete des ZSW

In der internen Organisationsstruktur des ZSW bilden die beiden Geschäftsbereiche "Photovoltaik" bzw. "Elektrochemische Energietechnologien" sowie der Bereich "Energiepolitik und Energieträger" größere Schwerpunkte, deren Leiter jeweils ein Mitglied des Vorstands ist. Diese Geschäftsbereiche sind in insgesamt zehn Fachgebiete gegliedert.

Im Forschungsalltag werden Projekte und Aufgaben jedoch auch quer zu den Fachgebieten bearbeitet, was dem Kunden eine größere thematische Breite und optimale Synergieeffekte bietet. Ein Beispiel: Beratungs- und Test-Dienstleistungen im Zusammenhang mit Photovoltaik-Speichersystemen werden von den beiden Fachgebieten "Photovoltaik: Module Systeme Anwendungen (MSA)" und "Akkumulatoren" (ECA) gemeinsam bearbeitet.

Die administrativen Bereiche Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen, Controlling, Personal und Organisation sind im Zentralbereich "Finanzen, Personal und Recht" unter der Leitung des geschäftsführenden Vorstands zusammengefasst.

Dies sind die zehn Fachgebiete des ZSW:

Systemanalyse (SYS)

Unsere Kernkompetenzen

Das Fachgebiet Systemanalyse stellt sich der Aufgabe, die vielfältigen für das Erreichen der Klimaschutzziele erforderlichen Transformationsprozesse aktiv zu begleiten. Ziel ist der vollständige Verzicht auf fossile Energieträger und eine nachhaltig klimaneutrale Gestaltung der Energieversorgung und der Wirtschaftssysteme bis zum Jahr 2050.

Die strategische Systemanalyse übernimmt Evaluations- und Monitoringaufgaben, um Fortschritte, aber auch Hemmnisse aufzuzeigen, Lösungsräume auszuloten und Instrumente zu entwickeln, die die Energiewende voranbringen. Ergänzt wird dies durch Wirkungsanalysen für Einzelmaßnahmen ebenso wie für Maßnahmenbündel, um potenzielle Fehlentwicklungen möglichst bereits vor der Implementierung zu erkennen und Modifikationen vorzuschlagen. Potenzial- und Entwicklungsanalysen auf Technologieebene werden eingesetzt, um robuste Zukunftspfade zu identifizieren und No-regret-Strategien abzuleiten.

Für die Analyse der Integration erneuerbarer Energien und Anwendungstechnologien werden unterschiedliche Modelle und Analyse-Tools eingesetzt. So nutzt das Team „Simulation und Optimierung“ Verfahren aus dem Bereich des maschinellen Lernens für die Optimierung von Vorhersagesystemen für die Einspeisung von Wind-, Solar- und Wasserkraftstrom. Das Team „Windenergie“ arbeitet zusammen mit dem Forschungscluster WindForS am Aufbau und der Inbetriebnahme des weltweit ersten Windenergieforschungstestfelds in bergig-komplexem Gelände. Einer der stärksten Konflikte hinsichtlich der Windenergienutzung tritt aktuell im Bereich Natur- und Artenschutz auf. Um auch diesbezüglich Lösungsoptionen anbieten zu können, wurde auf dem Windenergietestfeld ein zusätzlicher Schwerpunkt zur Naturschutzbegleitforschung etabliert. Hier kommt wiederum das Know-how aus dem Bereich des maschinellen Lernens bei der Entwicklung von Erkennungssystemen für gefährdete Vogelarten zum Einsatz.

Unsere Themen im Überblick

Ansprechpartner

Dipl.-Wirt.-Ing. Maike Schmidt
+49 (0)711 78 70-232

„Die Energiewende ist aufgrund ihrer Komplexität auf umfassendes transformatives Wissen angewiesen. Für ihren Erfolg ist die Systemanalyse deshalb von großer Bedeutung, weil sie das bietet und entsprechende Impulse geben kann.“

 

 

Photovoltaik: Materialforschung (MAT)

Unsere Kernkompetenzen

Der Einsatz von Dünnschicht-Technologien bietet ein hohes Potenzial zur Kostensenkung bei der Herstellung von Photovoltaikmodulen. Insbesondere die auf Kupfer, Indium, Gallium und Selen basierende CIGS-Technologie hat sich hier bereits in der industriellen Produktion bewährt. Im Fachgebiet MAT werden im Technikum CIGS-Module auf Glas mit einer Größe bis 30 x 30 cm² bzw. auf flexiblen Substraten mit einer Breite bis max. 30 cm auf beliebiger Länge im Rolle-zu-Rolle-Verfahren hergestellt und in ihrer Funktionalität weiterentwickelt.

Zur Herstellung der CIGS-Module im ZSW-Technikum werden anders als in einem typischen Laborbetrieb weitgehend Durchlaufprozesse und damit sehr industrienahe Verfahren eingesetzt. Aktuell werden auf Glassubstrat insbesondere im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Vorhabens CISHiTec sowohl verbesserte als auch neue Prozesse für den Transfer in die Industrie erarbeitet. In einem zweiten Technikum wird der Einsatz von flexiblen Substratmaterialien wie Polymer- oder Metallfolien für die Rolle-zu-Rolle-Beschichtung erarbeitet. Neue Dünnschicht-Materialsysteme wie Perowskite bieten das Potenzial, kostengünstige Drucktechnologien einzusetzen, und werden in einem eigenen Labor weiterentwickelt. Auch zukünftige weitere Verbesserungen durch den Aufbau von Mehrfachzellen, etwa in der Kombination Perowskit und CIGS, werden am ZSW erforscht.

Die langjährigen Erfahrungen des MAT-Teams in der Entwicklung und Charakterisierung von CIGS-Solarmodulen fließen in Dienstleistungen für die Industrie ein: Im Kundenauftrag bearbeiten wir vielfältige materialanalytische Aufgabenstellungen (z. B. hochauflösende Rasterelektronenmikroskopie und Röntgenfluoreszenzanalyse) oder die optische und elektrische Charakterisierung von Zellen und Modulen.

Unsere Themen im Überblick

Ansprechpartner

Dr. Wiltraud Wischmann
+49 (0)711 78 70-256

„Durch unsere kontinuierliche Verbesserung der CIGS-Photovoltaik – höhere Erträge, schnellere Produktionsprozesse, neue Materialien für die nächste Generation – leisten wir unseren Beitrag zur Energiewende."

Photovoltaik: Module Systeme Anwendungen (MSA)

Unsere Kernkompetenzen

Die Sicherung der Qualität und Stabilität von Photovoltaik-Modulen (PV-Modulen) sowie der effiziente Einsatz des Solarstroms im Energiesystem sind die beiden wichtigen Themenfelder des Fachgebiets und seiner Kunden. Auf der Basis von 30 Jahren Testerfahrung mit PV-Modulen aus kristallinem Silizium (c-Si) und aus Dünnschichtmaterialien werden im Modultestlabor Solab Unter-suchungen zum Energieertrag sowie zur Langzeitstabilität von PV-Modulen und -Systemen durchgeführt. Für die Charakterisierung der Modulstabilität werden Resultate aus beschleunigten Alterungstests im Labor mit der hochaufgelösten Bestimmung von Degradationseffekten unter realen Betriebsbedingungen auf dem Freiland-Testfeld Widderstall des ZSW korreliert. Spezial-untersuchungen zur potenzialinduzierten Leistungsdegradation (PID) und zur Stabilität der Rückseitenfolien von Solarmodulen sind ebenso Beispiele für Forschungsthemen und angebotene Dienstleistungen wie die Systemberatung zur gebäudeintegrierten Photovoltaik (BIPV).

Zu unserer Beratungskompetenz gehören neben der Qualitätskontrolle von PV-Modulen und der Wirkanalyse von Störfaktoren (Klima, mechanische Belastung, Verschmutzung, elektrische Spannung) die Prüfungen („Due Diligence“) von PV-Großanlagen und von PV-Produktionsstätten im Auftrag finanzierender Banken, von Projektierern oder Betreibern.

Photovoltaiksysteme tragen wesentlich zur nachhaltigen Stromversorgung bei. Die geeignete Verknüpfung mit elektrischen Speichern und die Kopplung der Sektoren Strom, Mobilität und Wärme erhöhen die lokale Nutzung von Solarstrom, entlasten die Verteilnetze und tragen dezentral zum Ausgleich von Erzeugung und Verbrauch bei. Die Analyse entsprechender Potenziale sowie die Entwicklung von Algorithmen für den optimierten Betrieb von Erzeugern, Speichern und Lasten, einschließlich geeignetem Lademanagement für die Elektromobilität, sind daher weiterführende Themen im Fachgebiet. Die Wissenschaftler beraten bei der Entwicklung und dem Test entsprechender Algorithmen und Geräte.

Unsere Themen im Überblick

Ansprechpartner

Dr. Jann Binder
+49 (0)711 78 70-209

„Gespeist von der Sonne, liefert die Photovoltaik weltweit Strom zur Verteilung über Netze oder als lokale Quelle. Wir kümmern uns um die Zuverlässigkeit der Solarmodule und die effiziente Nutzung von Solarstrom in Energiesystemen."

Regenerative Energieträger und Verfahren (REG)

Unsere Kernkompetenzen

Leitmotiv des Fachgebiets Regenerative Energieträger und Verfahren ist die Erzeugung regenerativer Brenn- und Kraftstoffe – mit der Kernkompetenz, erneuerbare Energie effizient in leicht transportable, „tankbare“ chemische Energieträger zu überführen und zu speichern.

Im Fachgebiet werden neue Technologien zur Herstellung von Wasserstoff, Synthesegas und Erdgassubstitut (SNG) entwickelt und im technischen Maßstab bis zu mehreren 100 kW erprobt.  Neben der Elektrolyse, der Brennstoffreformierung und der Erzeugung strombasierter und biomassebasierter Synthesegase sind die Gasreinigung, die Gaskonditionierung sowie die Kraftstoffsynthese wichtige Aufgabengebiete.

Zielsetzung im Themenfeld alkalische Elektrolyse ist insbesondere die Weiterentwicklung des Elektrolyseblocks und die Kostenreduktion der gesamten Wasserstofferzeugungsanlage durch Modularisierung der Systemkomponenten. Zielsetzung bei der Gasprozesstechnik ist die Erzeugung eines brennstoffzellentauglichen Gases, eines Brenngases für die Verstromung bzw. eines konditionierten Synthesegases zur Kraftstofferzeugung sowie die Gasaufbereitung zur Einspeisung in das Erdgasnetz.

Es wurden bereits zwei Power-to-Gas-Anlagen in den Leistungsklassen 25 kWel und 250 kWel am ZSW aufgebaut. An einer Anlage mit 6.000 kWel war das ZSW im Rahmen des Basic Engineerings sowie der Inbetriebnahme beteiligt und führt seither das Anlagenmonitoring durch.

Eine Anlage in der Leistungsklasse von 1.000 kWel wurde im Jahr 2018 im Rahmen des vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg geförderten Leuchtturmprojektes „Power-to-Gas Baden-Württemberg“ eingeweiht.

Unsere Themen im Überblick

Ansprechpartner

Dr. Michael Specht
+49 (0)711 78 70-252

„Ohne regenerative, strombasierte Kraftstoffe (eFuels) wird die Energiewende nicht gelingen.“

 

 

Brennstoffzellen Grundlagen (ECG)

Unsere Kernkompetenzen

Das Fachgebiet ECG erforscht Elektroden in Polymerelektrolytmembran-Brennstoffzellen (PEMFC), Elektrolyseuren und elektrochemischen Hochleistungsspeichern mit wässrigem Elektrolyt. Ziele dieser Arbeiten sind, die Leistungsdichte und Lebensdauer zu steigern und Kosten zu reduzieren. Um die Leistungsdichte zu steigern und den Edelmetallbedarf von PEMFC zu verringern, optimiert das Fachgebiet die Zusammensetzung und Mikrostruktur der Katalysatorschichten. Die Expertise umfasst mikrostrukturelle Analysen und Analysen der Polymerverteilung in den Elektroden der Membran-Elektroden-Anordnung (MEAs).

Für die alkalische Wasserelektrolyse, für Hochleistungsspeicher mit wässrig alkalischen Elektrolyten und zur Herstellung bifunktioneller Sauerstoffelektroden konnten Untersuchungen mit verschiedenen Arten nanostrukturierter Nickelmaterialien durchgeführt werden, die bereits hohe Aktivitäten und Zyklenfestigkeiten aufweisen. Besonders bedeutsam ist die Entwicklung einer in stark alkalischen Elektrolyten zyklenfesten Manganoxid-Hochleistungselektrode.

Das Team verfügt über langjährige Erfahrung und die nötige Infrastruktur, um neue technologische Ansätze aufzugreifen und schnell im Labor zu verifizieren und demonstrieren. Durch die enge Kooperation mit den anderen ZSW-Fachgebieten sind auch umfangreiche experimentelle Untersuchungen an Modellelektroden und Modellzellen mittels Modellierungs- und Simulationstechniken sowie Tests in großformatigen Zellen und Stacks effizient durchführbar.

Unsere Themen im Überblick:

"MEAs, Katalysatoren und Elektroden"

"H2 & Wasserelektrolyse"

"Alternative Speichertechnologien"

Ansprechpartner

Dr. Ludwig Jörissen
+49 731 9530-605

„Katalysatoren, Elektroden und Zellen sind eine
wesentliche Voraussetzung zur Verbesserung
von Brennstoffzellen und Akkumulatoren. Die
Konzentration auf wässrige Elektrolyten bietet
hohe Leitfähigkeiten bei gleichzeitig größtmöglicher
Sicherheit.“   

Brennstoffzellen Stacks (ECB)

Unsere Kernkompetenzen

Das Fachgebiet ECB ist spezialisiert auf die Entwicklung der Polymer-Elektrolyt-Membran-Brennstoffzellen-(PEMFC)-Technologie mit Fokus auf Konstruktion, Charakterisierung und Simulation von Brennstoffzellen-Stacks und Komponenten sowie auf den Bau von Prototypen und die Entwicklung von Fertigungs- und Prüftechnologien. Der Leistungsbereich erstreckt sich von wenigen Watt bis zu 100 kWel. Brennstoffzellen können auf Leistung, Lebensdauer, Wirkungsgrad und Kompaktheit optimiert werden. Das umfasst u. a. die Untersuchung und Prognose von Alterungs-prozessen und Fehleranalysen. Weitere Schwerpunkte sind die Entwicklung von manuellen und automatisierten Herstelltechniken und die Charakterisierung von PEMFC-Komponenten, -Zellen und -Stacks einschließlich automobiltauglicher Brennstoffzellen.

Strukturen von Komponenten und Betriebsbedingungen können mittels Modellierung und Simulation der Vorgänge in Brennstoffzellen zügig optimiert werden. Das schließt auch die Entwicklung und Etablierung völlig neuer Ansätze mittels modernster Simulationssoftware ein, die an aussagekräftiger Hardware und mit realitätsnahen Experimenten verifiziert werden kann. Beispielsweise wird das Wassermanagement innerhalb der Gasdiffusionselektroden (GDL) und Gasverteilerstrukturen mittels einer μ-CT-Anlage validiert. Mit dieser Anlage können GDL-Strukturen auch unter komprimierten Zuständen einschließlich ihres Wasserhaushalts untersucht werden. Ergänzend stehen mit dem Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) entwickelte Verfahren zur Neutronen- und Synchrotronradiografie und -tomografie zur Visualisierung von Komponenten, Zellen und Stacks zur Verfügung, deren zeitliche und räumliche Auflösungen zu den weltweit besten gehören.

Unsere Themen zu Brennstoffzellen im Überblick:

"Komponenten"

"Modellierung & Simulation"

"Stacktechnologie"

Ansprechpartner

Dr. Joachim Scholta
+49 731 9530-206

„Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die Optimierung von Brennstoffzellen mit allen ihren Komponenten in Bezug auf Leistung, Lebensdauer und Fertigung.“  

 

 

Brennstoffzellen Systeme (ECS)

Unsere Kernkompetenzen

Das Fachgebiet ECS betreibt seit 20 Jahren ein Testzentrum mit inzwischen 25 vollautomatisierten Testständen von 0,1 bis 160 Kilowatt zur professionellen Rund-um-die-Uhr-Charakterisierung von Brennstoffzellen-Stacks, -Systemen und -Systemkomponenten. Zur Bewertung der Qualität, z. B. des Leistungsverhaltens, und von Alterungsvorgängen von Brennstoffzellen-Stacks stehen umfangreiche Analytik sowie komplexe Methoden zur Fehleranalyse zur Verfügung.

Bei der Entwicklung von Brennstoffzellen-Systemen und Systemkomponenten für stationäre Anlagen, Bordstrom- und Notstromversorgungen oder Fahrzeugsysteme fließen viele Jahre Forschungsarbeit ein. Das Leistungsspektrum umfasst komplette Prototypen einschließlich der Steuerung und Hybridisierung mit Batterien und DC/AC-Wandlern. Daneben werden Sicherheitsbewertungen, Packaging-Studien oder Produktzertifizierungen, meist in Industrieprojekten, durchgeführt.

Einen neueren Schwerpunkt der Arbeiten bildet das Thema Wasserstoff als Kraftstoff. Das Fachgebiet mit seinem tiefen Verständnis in der Brennstoffzellentechnik und damit in der Nutzung von Wasserstoff ist durch mehrere Projekte in den Aufbau der europäischen Wasserstoff-Infrastruktur eingebunden. Hierbei geht es um die Einhaltung internationaler Betankungsprotokolle für Wasserstofftankstellen (SAE J2601/ CEP) bezüglich der Abnahme nach DIN ISO 19880 und der Einhaltung der für den Brennstoffzellenbetrieb notwendigen Wasserstoffqualität gemäß ISO 14687-2.

Unsere Themen im Überblick:

"Tests & Teststände"

"Systeme & Reformer"

"Wasserstoff"

Ansprechpartner

Dr. Alexander Kabza
+49 731 9530-832

„Langfristig sind die weltweiten Klimaziele ohne Wasserstofftechnologien nicht zu erreichen. Nun müssen wir lernen, den Wasserstoff in unseren Alltag zu integrieren.“

 

 

Akkumulatoren Materialforschung (ECM)

Unsere Kernkompetenzen

Der traditionelle Schwerpunkt der Arbeiten des Fachgebiets ECM liegt in der Synthese und Charakterisierung von Funktionsmaterialien für Batterien und Superkondensatoren. Kernkompetenz ist die Entwicklung maßgeschneiderter Pulver und Pasten. 30 Jahre Materialforschung bilden die Basis für das umfangreiche Verständnis der Zusammenhänge von Struktur und Pulvermorphologie bezüglich gewünschter Funktions- und Verarbeitungseigenschaften. Neben neuen Kathodenmaterialien (wie Hochvoltspinelle, Lithium-Übergangsmetallphosphate und -silikate) sowie Anodenmaterialien (z. B. optimierte Kohlenstoffmodifikationen, Titanate und Legierungsanoden) für Lithium-Ionen-Batterien wird intensiv an neuen Elektrolytsystemen mit speziellen Additiven geforscht. Die Arbeiten schließen auch Elektrodenmaterialien für zukünftige Systeme wie Lithium/Schwefel und Lithium/Luft ein.

Das ZSW ist Partner im gemeinsam mit dem KIT und der Universität Ulm gegründeten virtuellen Zentrum für zukünftige Energiespeicher CELEST (Center for Electrochemical Energy Storage Ulm & Karlsruhe). CELEST ist die deutsche Forschungs- und Entwicklungsplattform für zukünftige Energiespeicher, aus der das Exzellenzcluster POLiS (Post Lithium Storage) hervorgegangen ist. Hierbei geht es um neue Speicher beispielsweise mit Magnesium oder Natrium.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Entwicklung von Batteriezellen im Format 18650, 21700 sowie Single-Layer- und gestapelte Pouch-Zellen. Hier stehen neue Fertigungsprozesse für leistungsfähigere Komponenten für zukünftige Lithium-Zellgenerationen im Zentrum. Prototypen im Format 18650 und 21700 mit selbst entwickelten Elektroden zeigen eine sehr hohe Reproduzierbarkeit und Zyklenstabilität. Zur Schadensanalyse und für die Bewertung neuer Zellen ist das Fachgebiet auf Post-Mortem-Analysen spezialisiert. Sie sind essenziell für das Verständnis von Alterungsprozessen und potenziellen Sicherheitsrisiken sowie für die Zelldesignoptimierung.

Unsere Themen im Überblick:

"Materialforschung" + "Post-Mortem-Analysen"

"Entwicklung von Elektroden & Zellen"

"Neue Schwerpunkte"

Ansprechpartner

Dr. Margret Wohlfahrt-Mehrens
+49 731 9530-612

„E-Mobilität und erneuerbare Energien erfordern neue Energiespeichersysteme. Wir bilden die komplette Wertschöpfungskette vom Pulver bis zur fertigen Zelle ab und können hierdurch einen wichtigen Beitrag leisten.“ 

 

Produktionsforschung (ECP)

Unsere Kernkompetenzen

Die serienmäßige Produktion großer Lithium-Ionen-Zellen, wie sie in Elektrofahrzeugen oder in stationären Speichern verwendet werden, stellt besondere Anforderungen an die Stabilität und Genauigkeit der Prozesse. Je höher deren Qualität und Reproduzierbarkeit werden, desto zuverlässiger, langlebiger und kostengünstiger wird der Speicher.

Im Fokus der Arbeit des Fachgebiets steht der Betrieb einer vorwettbewerblichen „Forschungsplattform für die industrielle Produktion von großen Lithium-Ionen-Zellen“, die den industriellen Gesamtproduktionsprozess für Hardcase-Zellen (PHEV-1-Zellen, >25 Ah) abbildet. Hierbei stehen Untersuchungen zum Zusammenspiel von Zellchemie, Zelldesign und Herstelltechnologie in Bezug auf Qualität, Sicherheit und Herstellkosten sowie Fragen zur Inline-Sensorik, zu Fertigungstoleranzen oder zu kosteneffizienten Abläufen im Zentrum. Bei neuen Materialien und Komponenten geht es um die Evaluierung von Verarbeitbarkeit und Qualität im industrierelevanten Maßstab.

Kernaufgabe des ECP-Teams ist es, im Rahmen von Industrieaufträgen und Forschungsvorhaben industrielle Produktionsprozesse zu optimieren oder fortschrittliche Zellchemie in Musterserien von Standardzellen zu verifizieren. Die Forschungskompetenz umfasst alle produktionsnahen Fragestellungen, von der Anlagenentwicklung über die Verbesserung von Einzelschritten bis zu den Qualitätssicherungsverfahren. Des Weiteren verfügt das Team durch den inzwischen mehrjährigen Betrieb der Pilotanlage über eine wichtige Beratungskompetenz bezüglich Zellfertigung und Kostenbetrachtungen.

Unsere Themen im Überblick:

"Industrielle Produktions- und Prozessforschung"

Ansprechpartner

Dr. Wolfgang Braunwarth
+49 (0)731 95 30-562

„Mit der Forschungsplattform stellen wir nun unseren Partnern aus Industrie und Wissenschaft eine stabile Basis für gemeinsame Projekte zur Produktionsforschung zur Verfügung.“  

 

Akkumulatoren (ECA)

Unsere Kernkompetenzen

Das Fachgebiet untersucht und entwickelt elektrochemische Energiespeichersysteme. Damit Akkumulatoren auch unter schwierigsten Bedingungen sicher und leistungsfähig sind, stehen deren Charakterisierung unter verschiedenen Betriebsbedingungen und die Untersuchung des Verhaltens bei Fehlbedienung oder in Unfallsituationen im Mittelpunkt der Arbeiten. Die betrachteten Einsatzbereiche der Batterien umfassen die stationäre Energiespeicherung in Heimsystemen und elektrischen Netzen, in portablen Geräten genauso wie in elektrifizierten Antriebssträngen – ob zu Land, zu Wasser oder für die Luftfahrt.

Im elektrischen Batterietest werden Zellen, Module und Systeme auf Funktionalität geprüft, ihre Leistungsfähigkeit vermessen und die zu erwartende Lebensdauer unter definierten Belastungen und Umgebungsbedingungen bestimmt. Mittels Belastungen im Grenzbereich oder zerstörerischer Tests werden die Reaktionen und Gefahrenpotenziale von Akkumulatoren bei extremen Schädigungen sowie deren Widerstandsfähigkeit gegenüber verschiedenen Missbrauchsbedingungen und Fehlbedienung beurteilt. Schwerpunkte bilden dabei die Unterdrückung der Fehlerausbreitung im System (Propagation) und die Brandlöschung bzw. Brandkontrolle.

Herzstück der Batteriesystemtechnik sind die thermische und elektrische Modellierung und Simulation von Zellen und Batteriesystemen, das Batteriemanagement sowie die Batteriezustandsbestimmung. Erforscht werden modellbasierte Algorithmen zur Zustandsbestimmung (Ladezustand und Alterung), zur Vorhersage der Systemleistungsfähigkeit, zur optimalen Laderegelung insbesondere unter Schnelladebedingungen und zum Energiemanagement. Weitere Untersuchungen betreffen den Einfluss von externen Parametern wie Rippelströmen oder mechanischen Kompressionskräften auf die Performance und Lebensdauer.

Unsere Themen im Überblick:

"Batterietests"

"Batteriesystemtechnik"

Ansprechpartner

Dr. Harry Döring
+49 731 9530-506

„Im eLaB erforschen, testen und untersuchen wir Batterien und Systeme flexibel, normgerecht und innovativ.“