// Die Fachgebiete des ZSW

In der internen Organisationsstruktur des ZSW bilden die beiden Geschäftsbereiche "Photovoltaik" bzw. "Elektrochemische Energietechnologien" sowie der Bereich "Energiepolitik und Energieträger" größere Schwerpunkte, deren Leiter jeweils ein Mitglied des Vorstands ist. Diese Geschäftsbereiche sind in insgesamt zehn Fachgebiete gegliedert.

Im Forschungsalltag werden Projekte und Aufgaben jedoch auch quer zu den Fachgebieten bearbeitet, was dem Kunden eine größere thematische Breite und optimale Synergieeffekte bietet. Ein Beispiel: Beratungs- und Test-Dienstleistungen im Zusammenhang mit Photovoltaik-Speichersystemen werden von den beiden Fachgebieten "Photovoltaik: Module Systeme Anwendungen (MSA)" und "Akkumulatoren" (ECA) gemeinsam bearbeitet.

Die administrativen Bereiche Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen, Controlling, Personal und Organisation sind im Zentralbereich "Finanzen, Personal und Recht" unter der Leitung des geschäftsführenden Vorstands zusammengefasst.

Dies sind die zehn Fachgebiete des ZSW:

Systemanalyse (SYS)

Unsere Kernkompetenzen

Die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende ist nach wie vor das beherrschende energiepolitische Thema in Deutschland. In Politik und Wissenschaft wird weiter intensiv über die Markt- und Systemintegration erneuerbarer Energien und den resultierenden Bedarf an Flexibilitätsoptionen für das zukünftige Energiesystem debattiert. Daneben rückt die drohende Verfehlung der Klimaschutzziele für 2020 und die Bedeutung der Energieeffizienz – insbesondere im Wärme- und Verkehrssektor – für den Erfolg der Energiewende in den Mittelpunkt des Interesses. Das interdisziplinär besetzte Fachgebiet Systemanalyse berät in allen skizzierten Themenfeldern die Politik gezielt mit seinem Fachwissen und trägt so aktiv zum Fortschritt der Transformation des Energiesystems in Deutschland bei. Neben zahlreichen Aktivitäten im Bereich des Monitorings – vom Ausbau der erneuerbaren Energien im Rahmen der AGEE-Stat bis zur Unterstützung von Prof. Dr. Frithjof Staiß als Mitglied der von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission zum Monitoringprozess „Energie der Zukunft“ – ist die Evaluation von Förderinstrumenten eine Kernkompetenz des Fachgebiets. So werden die Novellierungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) fachlich begleitet und koordiniert. Zudem werden die Kompetenzen seitens des BMWi intensiv für die perspektivische Ausgestaltung dieses Förderinstruments als Ausschreibungsmodell nachgefragt.

Auf Landesebene unterstützt das Fachgebiet die Umsetzung der Energiewende auch aktiv im Themenfeld Energieeffizienz. Hierzu zählt die Erarbeitung eines Kraft-Wärme-Kopplungs-Konzepts ebenso wie die erstmalige Durchführung des Wettbewerbs „Leitstern Energieeffizienz“ auf Kreisebene. Zur Analyse von Fragen zur Integration erneuerbarer Energien und neuer Technologien werden unterschiedliche Modelle und Analysetools eingesetzt. Leistungsfähige Vorhersagesysteme für die Einspeisung von Wind und Photovoltaikstrom vervollständigen das Kompetenzprofil.

Unsere Themen im Überblick

Ansprechpartner

Dipl.-Wirt.-Ing. Maike Schmidt
+49 (0)711 78 70-232

„Die Energiewende ist aufgrund ihrer Komplexität auf umfassendes transformatives Wissen angewiesen. Für ihren Erfolg ist die Systemanalyse deshalb von großer Bedeutung, weil sie das bietet und entsprechende Impulse geben kann.“

 

 

Photovoltaik: Materialforschung (MAT)

Unsere Kernkompetenzen

Der Einsatz von Dünnschicht-Technologien bietet für Photovoltaikmodule ein hohes Potenzial zur Kostensenkung. Insbesondere die auf Kupfer, Indium, Gallium und Selen basierende Technologie (CIGS) hat sich mit den höchsten Wirkungsgraden aller Dünnschicht- Technologien und einer weit entwickelten Fertigungstechnologie in der industriellen Produktion bewährt.

Das CIGS-Technikum des ZSW umfasst alle Maschinen und Anlagen, die erforderlich sind, um Dünnschicht-Solarmodule von der Vorbereitung der Glassubstrate bis hin zur Befestigung der Anschlusskabel am fertigen Modul herzustellen. Die Anlagen sind im Unterschied zu einem typischen Laborbetrieb weitgehend für Durchlaufprozesse ausgelegt, sodass eine große Nähe zu industriellen Verfahren gegeben ist (Arbeitsgruppe FACIS). Der Einsatz von flexiblen Substratmaterialien wie Polymer- oder Metallfolien anstelle des heute überwiegend eingesetzten Glassubstrats wird in einem zweiten Technikum für eine Rolle-zu-Rolle-Beschichtung erarbeitet. Die Herstellung und Optimierung dieser flexiblen CIGS-Module ist Schwerpunktthema der Arbeitsgruppe FLEXIS.

Neue kostengünstige Drucktechnologien werden für neue organische und anorganische Halbleitersysteme wie Kesterite und Perowskite in einem eigenen Labor weiterentwickelt (Arbeitsgruppe NEMA). Die langjährigen Erfahrungen des MAT-Teams in der Entwicklung von CIGS-Solarmodulen fließen in Dienstleistungen für die Industrie ein: Im Kundenauftrag übernehmen wir vielfältige Analytikaufgaben (z. B. hochauflösende Rasterelektronenmikroskopie und Röntgenfluoreszenzanalyse), die Abscheidung von elektrischen Kontaktschichten sowie die elektrische und optische Charakterisierung von Zellen und Modulen.

Unsere Themen im Überblick

Ansprechpartner

Dr. Wiltraud Wischmann
+49 (0)711 78 70-256

„Wir verbessern im Labor kontinuierlich den Wirkungsgrad unserer CIGS-Zellen und übertragen neue Erkenntnisse auf Produktionsprozesse beim Kunden. Ebenso forschen wir an den nächsten Generationen hocheffizienter und kostengünstiger PV-Module.“

Photovoltaik: Module Systeme Anwendungen (MSA)

Unsere Kernkompetenzen

Die Qualität und Stabilität von Photovoltaik(PV)-Modulen sowie der optimierte Einsatz von Solarstrom im Energiesystem sind die beiden wichtigen Themenfelder des Fachgebiets MSA und seiner Kunden. Auf der Basis von über 25 Jahren Testerfahrung mit PV-Modulen aus kristallinem Silizium (c-Si) und aus Dünnschichtmaterialien werden im Modultestlabor Solab Untersuchungen zum Energieertrag sowie zur Langzeitstabilität von PV-Modulen und -Systemen durchgeführt. Für die Charakterisierung der Modulstabilität werden Resultate aus beschleunigten Alterungstests im Labor mit der hochaufgelösten Bestimmung von Degradationseffekten unter Freifeld-Betriebsbedingungen korreliert. Die potenzialinduzierte Leistungsdegradation (PID) wird durch beschleunigte Alterung unter Hochspannung und bei Beleuchtung in der Klimakammer und an einem speziellen Teststand im Freifeld untersucht. Zu unserer Beratungskompetenz gehören neben der Qualitätskontrolle von PV-Modulen und der Wirkanalyse von Störfaktoren (Klima, mechanische Belastung, Verschmutzung, elektrische Spannung) die Prüfungen („Due Diligence“) von PV-Großanlagen und von PV-Produktionsstätten im Auftrag von finanzierenden Banken, Projektierern oder Betreibern.

Um den Wert der regenerativen, aber fluktuierenden Energien zu erhöhen, befasst sich das Fachgebiet mit der intelligenten Steuerung von Lasten und Speichern, abhängig von vorhergesagten Lastprofilen und Erzeugungsprofilen aus Solar- und Windstrom. Dadurch erhöht sich die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen für Hauseigentümer und Industrie; gleichzeitig kann die Netzbelastung reduziert und das Profil des vom Energieversorger zu beziehenden Reststroms aus Kostensicht optimiert werden. Das Fachgebiet berät bei der Entwicklung und beim Test entsprechender Algorithmen und Geräte.

Unsere Themen im Überblick

Ansprechpartner

Dr. Jann Binder
+49 (0)711 78 70-209

„Die Photovoltaik hat in Deutschland bereits einen Anteil von fast 7 % am Nettostromverbrauch erreicht und ist weltweit auf dem Vormarsch. Wir testen Langzeitstabilität, optimieren Betriebsstrategien und sichern so ihren wirtschaftlichen Einsatz."

Regenerative Energieträger und Verfahren (REG)

Unsere Kernkompetenzen

Die Motivation zur Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Brenn- und Kraftstoffe besteht einerseits darin, erneuerbare Energien effizient in einen leicht transportablen, „tankbaren“ chemischen Energieträger zu überführen und zu speichern, und zum anderen erneuerbare Energieträger über die Erzeugung von Wasserstoff bzw. eines wasserstoffreichen Gases hocheffizient zu verstromen. Am ZSW werden neue Technologien zur Herstellung von Synthesegas, Wasserstoff und Erdgassubstitut (SNG) entwickelt und im technischen Maßstab bis zu einigen 100 Kilowatt erprobt. Neben der Elektrolyse, der Brennstoffreformierung und der Erzeugung biomassestämmiger Synthesegase durch Vergasung/Pyrolyse sind die Gasreinigung, die Gaskonditionierung sowie die Kraftstoffsynthese wichtige Aufgabengebiete. Zielsetzung im Themenfeld Elektrolyse ist insbesondere die Kostenreduktion der gesamten Wasserstofferzeugungsanlage durch Modularisierung der Systemkomponenten und die Weiterentwicklung des Elektrolyseblocks. Zielsetzung bei der Gasprozesstechnik ist die Erzeugung eines brennstoffzellentauglichen Gases, eines Brenngases für die Verstromung bzw. eines konditionierten Synthesegases zur Kraftstofferzeugung sowie die Gasaufbereitung zur Einspeisung in das Erdgasnetz. Zu unseren Arbeitsschwerpunkten zählen Power-to-Gas (P2G®), Elektrolyse, Biomass-to-Fuel sowie die Brennstoffreformierung bzw. Gaskonditionierung.

Unsere Themen im Überblick

Ansprechpartner

Dr. Michael Specht
+49 (0)711 78 70-252

„Ohne regenerative, strombasierte Kraftstoffe (eFuels) wird die Energiewende nicht gelingen.“

 

 

Brennstoffzellen Grundlagen (ECG)

Unsere Kernkompetenzen

Neue Energiespeicherkonzepte mit wässrigen Elektrolyten

Die effiziente, sichere und kostengünstige Speicherung elektrischer Energie wird zukünftig zu einer zentralen Herausforderung. Der Speicherbedarf umfasst wenige Sekunden, z. B. bei der Rückgewinnung von Bremsenergie in Maschinen oder Fahrzeugen, bis mehrere Stunden, z. B. für die Lastverschiebung bei der Stromerzeugung aus Solar- oder Windenergie. Dazu kommt die saisonale Speicherung regenerativ erzeugter Energie. Speicher mit wässrigen Elektrolyten wie Metall-Luft, Redox-Flow-Systeme oder Hochleistungsspeicher mit wässrigen Elektrolyten ermöglichen die Kurzzeitspeicherung. Für die saisonale Energiespeicherung und als Kraftstoff im Verkehr ist die effiziente und kostengünstige Erzeugung von Wasserstoff in hoher Reinheit über die Wasserelektrolyse von zunehmender Bedeutung. Die Qualität von Wasserstoff ist entscheidend für die Lebensdauer und die Betriebssicherheit von Brennstoffzellensystemen. Unser Forschungsfokus liegt daher auf neuen Aktivmaterialien, Komponenten und Zellkonzepten für diese Themen.

Materialien für die nächste Generation von Brennstoffzellen

Mit Alkohol betriebene Polymerelektrolytmembran-Brennstoffzellensysteme (PEMFC) sind hinsichtlich Brennstofflogistik und Energiedichte attraktiv. Im Fokus der Arbeiten dazu stehen neue Funktionsmaterialien (Membranen, Elektrokatalysatoren etc.), die Entwicklung neuer Konzepte für Elektroden, Membran-Elektroden- Anordnungen etc. sowie die Bestimmung der Beständigkeit von Dichtungen oder Bipolarplatten. Darüber hinaus wird an verbesserten Betriebsstrategien für Alkoholbrennstoffzellen gearbeitet, die einen Betrieb bei erhöhter Temperatur und annähernd atmosphärischem Kathodendruck ermöglichen. Das Team verfügt über rund 25 Jahre Erfahrung mit elektrochemischen Energiewandlern und ist in der Lage, neue technologische Ansätze schnell im Labor zu verifizieren und zu demonstrieren.

Unsere Themen im Überblick:

"MEAs, Katalysatoren und Elektroden"

"H2 & Wasserelektrolyse"

"Alternative Speichertechnologien"

Ansprechpartner

Dr. Ludwig Jörissen
+49 (0)731 95 30-605

„Katalysatoren, Elektroden und Zellen sind eine
wesentliche Voraussetzung zur Verbesserung
von Brennstoffzellen und Akkumulatoren. Die
Konzentration auf wässrige Elektrolyten bietet
hohe Leitfähigkeiten bei gleichzeitig größtmöglicher
Sicherheit.“   

Brennstoffzellen Stacks (ECB)

Unsere Kernkompetenzen

Das Fachgebiet ist spezialisiert auf die Entwicklung von Polymerelektrolytmembran-  Brennstoffzellen (PEMFC). Kernkompetenzen  sind die Konstruktion, Charakterisierung und Simulation von Brennstoffzellen  und Komponenten, der Bau von Prototypen und die  Entwicklung von Fertigungs- und Prüftechnologien. Der Leistungsbereich  der Entwicklungen zu PEMFC-Komponenten und -Stacks  umfasst wenige Watt bis zu 100 kWel. Optimiert werden Brennstoffzellen  hinsichtlich Leistung, Lebensdauer, Wirkungsgrad und  Kompaktheit. Das umfasst u. a. die Untersuchung und Prognose  von Alterungsprozessen und die Fehleranalyse. Weitere Schwerpunkte  sind die Entwicklung von Herstelltechniken, automobiltaugliche  Brennstoffzellen sowie die Charakterisierung von  PEMFC-Komponenten, -Zellen und -Stacks. Beispielsweise  können Gasdiffusionslagen (GDL) hinsichtlich ihrer Oberflächenbeschaffenheit  und ihrer Struktur analysiert werden.  Strukturen von Komponenten und Betriebsbedingungen können  mittels Modellierung und Simulation der Prozesse in Brennstoffzellen  zügig optimiert werden. Das schließt die Entwicklung und  Etablierung völlig neuer Ansätze mittels modernster Simulationssoftware  ein. Die Verifikation der Simulationsergebnisse erfolgt an  aussagekräftiger Hardware und mit realitätsnahen Experimenten.  Beispielsweise wird das Wassermanagement innerhalb der Gasdiffusionselektroden  und Gasverteilerstrukturen mittels einer  μ-CT-Anlage validiert. Mit dieser Anlage können GDL-Strukturen  auch unter komprimierten Zuständen einschließlich ihres Wasserhaushalts  untersucht werden.

Gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) entwickelte  und durchgeführte Verfahren im Bereich der Neutronen- und  Synchrotronradiographie und -tomographie ermöglichen die  Visualisierung von Komponenten, Zellen und Stacks mit zeitlichen  und räumlichen Auflösungen, die zu den weltweit besten  Werten gehören.

Unsere Themen zu Brennstoffzellen im Überblick:

"Komponten"

"Modellierung & Simulation"

"Stacktehnologie"

Ansprechpartner

Dr. Joachim Scholta
+49 (0)731 95 30-206

„Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die Optimierung von Brennstoffzellen mit allen ihren Komponenten in Bezug auf Leistung, Lebensdauer und Fertigung.“  

 

 

Brennstoffzellen Systeme (ECS)

Unsere Kernkompetenzen

Brennstoffzellensysteme

Langjährige Erfahrung bildet unsere Basis für die Entwicklung von Systemen für die unterschiedlichsten Anwendungen: von  wenigen Watt bis 100 kW sowie von stationären Anlagen über  Bordstrom- und Notstromversorgungen bis hin zu Fahrzeugsystemen. Unser Leistungsspektrum umfasst komplette Prototypen einschließlich der Steuerung und Hybridisierung mit Batterien und DC/AC-Wandlern. Wir unterstützen Industriepartner bei der Entwicklung und Erprobung von Systemkomponenten, bei  Sicherheitsbewertungen, bei Packaging-Studien und bei der Produktzertifizierung.   

Brennstoffzellentests

Wir betreiben ein Testzentrum mit 25 vollautomatisierten Testständen von 0,1 bis 120 kW zur kosteneffizienten Rund-um-die-Uhr-Charakterisierung von Brennstoffzellenstacks, -systemen und -systemkomponenten. Eine umfangreiche Analytik ermöglicht die detaillierte Bewertung von Alterungsvorgängen und ausführlichen Fehleranalysen. Seit Sommer 2012 können Brennstoffzellen bis 100 kWel auch nach der DIN EN 62282-2 geprüft werden. Unsere Industriepartner nutzen streng vertraulich durchgeführte Tests und das langjährige Know-how unserer Experten, um ihre Produkte  besser zu verstehen, weiterzuentwickeln und deren Sicherheit nachzuweisen. In öffentlich geförderten Projekten werden wertvolle Daten und Erfahrungen generiert, die der Allgemeinheit zur Verfügung stehen.

Reformer für flüssige Brennstoffe

Flüssige Brennstoffe wie Methanol sind aufgrund ihres hohen Energieinhaltes und der einfachen Speicherung von großem Interesse. Wir entwickeln hochkompakte Komponenten für die Reformierung dieser Brennstoffe und die Aufbereitung der Edukte, und wir bauen komplette Reformersysteme.

Unsere Themen im Überblick:

"Tests & Teststände"

"Systeme & Reformer"

"Wasserstoff"

Ansprechpartner

Dr. Alexander Kabza
+49 (0)731 95 30-832

„Langfristig sind die weltweiten Klimaziele ohne Wasserstofftechnologien nicht zu erreichen. Nun müssen wir lernen, den Wasserstoff in unseren Alltag zu integrieren.“

 

 

Akkumulatoren Materialforschung (ECM)

Unsere Kernkompetenzen

Neue Aktivmaterialien

Der traditionelle Schwerpunkt der Arbeiten liegt in der Synthese  und Charakterisierung von Funktionsmaterialien für Batterien und Superkondensatoren mit der Kernkompetenz Entwicklung maßgeschneiderter Pulver. 25 Jahre Materialforschung bilden die Basis für unser umfangreiches Verständnis über die Zusammenhänge von Struktur und Pulvermorphologie bezüglich gewünschter Funktions-und Verarbeitungseigenschaften. Neben neuen Kathodenmaterialien (wie z. B. Hochvoltspinellen, Lithiumübergangsmetallphosphaten und -silikaten) und Anodenmaterialien (z. B. optimierten Kohlenstoffmodifikationen, Titanaten und Legierungsanoden) für Lithium- Ionen-Batterien wird intensiv an neuen Elektrolytsystemen mit speziellen Additiven und an Elektrodenmaterialien für zukünftige Systeme wie Lithium/Schwefel und Lithium/Luft geforscht.

Zellfertigungstechnologien

Im ZSW-Labor für Batterietechnologie (eLaB) werden Zellen im Format 18650 und gestapelte Pouchzellen für Forschungszwecke hergestellt. Hier können angepasste vorindustrielle Prozessentwicklungen für neuartige, leistungsfähigere Komponenten zukünftiger Zellgenerationen generiert werden. Im eLaB gefertigte Zellen mit selbst entwickelten Elektroden zeigen eine sehr hohe  Reproduzierbarkeit und eine Zyklenstabilität > 15.000 Zyklen. Ein Fokus liegt derzeit auf der Prozessierung von Hochenergieelektroden mit wässrigen Bindersystemen und auf der Entwicklung von  Zellen mit Hochvoltspinellen.

Post-Mortem-Analysen

Zur Schadensanalyse und für die Bewertung neuer Zellen sind wir auf Post-Mortem-Analysen spezialisiert. Die Analyseergebnisse sind essenziell für das Verständnis von Alterungsprozessen, potenziellen Sicherheitsrisiken und für die Zelldesignoptimierung. 

Unsere Themen im Überblick:

"Materialforschung" + "Post-Mortem-Analysen"

"Entwicklung von Elektroden & Zellen"

"Neue Schwerpunkte"

Ansprechpartner

Dr. Margret Wohlfahrt-Mehrens
+49 (0)731 95 30-612

„E-Mobilität und erneuerbare Energien erfordern neue Energiespeichersysteme. Wir bilden die komplette Wertschöpfungskette vom Pulver bis zur fertigen Zelle ab und können hierdurch einen wichtigen Beitrag leisten.“ 

 

Akkumulatoren Produktionsforschung (ECP)

Unsere Kernkompetenzen

Die serienmäßige Produktion großer Lithium-Ionen-Zellen, wie sie auch in Elektroautos oder in stationären Speichern verwendet werden, stellt besondere Anforderungen an die Sicherheit und Genauigkeit der Prozesse. Je höher deren Qualität und Reproduzierbarkeit werden, desto zuverlässiger, langlebiger und kostengünstiger wird der Speicher.

Schwerpunkt unserer Arbeit ist der Betrieb einer vorwettbewerblichen"Forschungsplattform für die industrielle Produktion vongroßen Lithium-Ionen-Zellen (FPL)", die den seriennahen Gesamtproduktionsprozess für Hardcase-Zellen abbildet (PHEV-1-Zellen, 20+ Ah). Im Fokus stehen Untersuchungen zum Zusammenspiel von Zellchemie, Zelldesign und Herstelltechnologie in Bezug auf Qualität, Sicherheit und Herstellkosten sowie Fragen zur zu Inline-Sensorik, zu Fertigungstoleranzen oder zu kosteneffizienten Abläufen. Bei neuen Materialien und Komponenten geht es um Fragen zur Evaluierung von Verarbeitbarkeit und Qualität im industrierelevanten Maßstab.

Kernaufgabe des ECP-Teams ist es, im Rahmen von Industrieaufträgen und Forschungsvorhaben industrielle Produktionsprozesse zu optimieren oder fortschrittliche Zellchemie in Musterserien von Standardzellen zu verifizieren. Die Forschungskompetenz umfasst alle produktionsnahen Fragestellungen, von der Anlagenentwicklung über die Verbesserung von Einzelschritten bis zu den Qualitätssicherungsverfahren. Des Weiteren verfügt das hochqualifizierte und erfahrene Team, bestehend aus einer guten Mischungvon Technikern, Ingenieuren und Elektrochemikern, auf Basis des Betriebs der Pilotanlage mittlerweile über wichtige Beratungskompetenz bezüglich Zellfertigung und Kostenbetrachtungen.

Unsere Themen im Überblick:

"Industrielle Produktions- und Prozessforschung"

Ansprechpartner

Dr. Wolfgang Braunwarth
+49 (0)731 95 30-562

„Mit der Forschungsplattform stellen wir nun unseren Partnern aus Industrie und Wissenschaft eine stabile Basis für gemeinsame Projekte zur Produktionsforschung zur Verfügung.“  

 

Akkumulatoren (ECA)

Unsere Kernkompetenzen

Wir untersuchen und entwickeln elektrochemische Energiespeichersysteme. Damit Akkumulatoren auch unter schwierigsten  Bedingungen sicher und leistungsfähig sind, stehen ihre Charakterisierung  unter verschiedenen Betriebsbedingungen, die Untersuchung  des Verhaltens bei Fehlbedienung oder in Unfallsituationen  sowie die Entwicklung von Methoden des Batteriemanagements im Mittelpunkt unserer Arbeiten. Die Einsatzbereiche der Batterien  umfassen die stationäre Energiespeicherung in elektrischen Netzen  und in portablen Geräten genauso wie in elektrifizierten Antriebssträngen  für die Elektromobilität.

Batterietest und Sicherheitstest

Im elektrischen Batterietest werden Zellen, Module und Systeme auf Funktionalität geprüft, ihre Leistungsfähigkeit vermessen und die zu erwartende Lebensdauer unter definierten Belastungen und Umgebungsbedingungen bestimmt. Mittels zerstörerischer  Tests können wir die Reaktionen und Gefahrenpotenziale von  Akkumulatoren bei extremen Schädigungen sowie ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber verschiedenen Missbrauchsbedingungen  und Fehlbedienung beurteilen.  

Batteriesystemtechnik

Herzstück der Batteriesystemtechnik ist die thermische und elektrische  Modellierung sowie die Simulation von Zellen und Batteriesystemen.  Neben der Entwicklung von Modulen und Batteriemanagementsystemen  (BMS) forschen wir an modellbasierten  Algorithmen zur Zustandsbestimmung (Ladezustand und Alterung),  zur Vorhersage der Systemleistungsfähigkeit, zur optimalen Laderegelung  und zum Energiemanagement. Ziel ist ein dynamischer,  zuverlässiger und wirtschaftlicher Betrieb des Speichers in den  genannten Anwendungen. 

Unsere Themen im Überblick:

"Batterietests"

"Batteriesystemtechnik"

Ansprechpartner

Dr. Harry Döring
+49 (0)731 95 30-506

„Im eLaB erforschen, testen und untersuchen wir Batterien und Systeme flexibel, normgerecht und innovativ.“