// Herstellung klimaneutraler Importgase: „eLNG aus Luft“

Gasförmige kohlenstoffhaltige Energieträger können in Deutschland auch weit über das Jahr 2030 hinaus eine wichtige Rolle in der Energieversorgung spielen, da eine sehr gut ausgebaute Gas-Verteilinfrastruktur vorhanden ist. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass sie langfristig dem Anspruch der Klimaneutralität gerecht werden.

Ziel des Projektes „eLNG aus Luft“ ist es, den Gesamtprozess zur Herstellung eines CO2-neutralen Importgases zu demonstrieren und Empfehlungen für einen industriellen Betrieb abzuleiten. Das Projekt nutzt dabei bereits bestehende Technologiebausteine und Infrastrukturen des ZSW, um eine Gesamtprozesskette zur strombasierten Erzeugung von regenerativem eLNG (e-Liquified Natural Gas) aus grünem Wasserstoff (Wasser-Elektrolyse) und Kohlendioxid der Umgebungsluft zu konzipieren sowie in Form eines Demonstrators in der Größenordnung 1-3 kg/h LNG am ZSW-Standort in Stuttgart erstmalig umzusetzen. Der Prozess kann so eingehend erprobt und darauf aufbauend Skalierungskonzepte erarbeitet werden, die einen nachfolgenden Einsatz der Technologie im großtechnischen Maßstab erlauben.

Am ZSW bereits existierende Systemkomponenten zur CO2-Gewinnung aus Luft und zur Methansynthese werden in Hinblick auf eine effiziente Prozessverschaltung adaptiert und weiter verbessert. Ergänzend wird eine innovative Methanverflüssigung zur LNG-Erzeugung neu konzipiert und aufgebaut. Durch den modularen Charakter der Gesamtprozesskette können einzelne Technologiebausteine künftig auch ausgetauscht werden und so z.B. anstelle von Luft-CO2 – sofern vorhanden – auch konzentrierte regenerative CO2-Quellen in die Methansynthese eingekoppelt werden.

Während der Projektlaufzeit bis Ende 2021 werden die Arbeiten am Systemdemonstrator durch systemanalytische Betrachtungen entlang der gesamten Prozesskette begleitet. Der Fokus liegt hierbei auf der Analyse der Wertschöpfungspotenziale für die baden-württembergische Industrie, die im Zusammenhang mit einer Industrialisierung der untersuchten Technologien erschließbar wären.

Das Projekt wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau gefördert.

 




Ansprechpartner

Dipl.-Ing. (FH) Bernd Stürmer
+49 711 78 70-249