// H2-Tankstelle Ulm - Begleitforschung zur Wasserstoff- und Betankungsqualität

Wasserstoff (H2) als Energieträger ist regenerativ in großen Mengen wirtschaftlich herstellbar und eignet sich u. a. als Kraftstoff für Brennstoffzellen-Fahrzeuge. Diese Fahrzeuge zeichnen sich aufgrund des hohen Energieinhaltes von H2 durch hohe Reichweiten (400–700 km) sowie durch einen Betankungsvorgang (Druckgas) innerhalb weniger Minuten aus. In Deutschland sind Brennstoffzellenfahrzeuge auf dem Vormarsch, erste Modelle sind seit 2015 auf dem Markt. Die insgesamt 20 Wasserstofftankstellen im Raum Hamburg, Berlin und Stuttgart werden bundesweit bis Anfang 2017 auf 50 Zapfsäulen ausgebaut. Eine davon steht seit März 2016 am ZSW in Ulm. Dabei unterstützt das Fachgebiet ECS die Einführung der neuen Betankungstechnologie bei mehreren Themen:

Abnahme von Wasserstofftankstellen

Wasserstofftankstellen müssen vor ihrer Erstinbetriebnahme abgenommen und auch danach regelmäßig überprüft werden. Am ZSW wurde dafür ein zugelassenes Gerät zur Abnahme von Wasserstofftankstellen nach der Richtlinie SAE J2601 entwickelt.  

Bestimmung der Qualität von Wasserstoffproben

Bei der Herstellung und dem Transport von Wasserstoff können Verunreinigungen, beispielsweise durch Kohlenmonoxid, auftreten, die die Brennstoffzellen schädigen. Die zulässigen Grenzwerte sind u. a. in der Norm SAE J2719 definiert. Am ZSW wird gegenwärtig ein Gerätepark zur Analyse dieser Bestandteile in Wasserstoff aufgebaut.

Brennstoffzellen als Wasserstoffqualitätssensor

In elektrochemischen Schlüsselversuchen wurde bereits die Tauglichkeit spezieller Brennstoffzellen als Wasserstoffqualitätssensor nachgewiesen. Dieses Prinzip kann als Onlinemonitor für die kostengünstige Überwachung der Wasserstoffqualität an Tank- und Abfüllstellen Anwendung finden.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. (FH) Markus Jenne
+49 731 9530-821
Analyse der Gaszusammensetzung einer exemplarischen Wasserstoffprobe.
Analyse der Gaszusammensetzung einer exemplarischen Wasserstoffprobe. ZSW/ECS