// C-sells: Hochrechnungen, Prognosen und Bilanzierung in Verteilnetzen

C/sells – Das Gesamtprojekt

Das Projekt C/sells war eines der fünf großen Schaufenster des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderten Programms SINTEG – Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende. Als „Großflächiges Schaufenster im Solarbogen Süddeutschland“ hat C/sells gezeigt, wie vielfältige Infrastrukturzellen intelligent zu einem robusten, zellularen Energiesystem verbunden werden können. Jede Zelle gleicht solare Erzeugung und Verbrauch möglichst lokal aus und nutzt bei Bedarf Flexibilitäten im Verbund – ein praxisnaher Beitrag zur Bewältigung der volatilen Einspeisung erneuerbarer Energien.

Rolle des ZSW

Das ZSW hat das Arbeitspaket 3.4 geleitet und maßgeblich zur Entwicklung von Hochrechnungs- und Prognosemethoden für Verteilnetze beigetragen. Ein zentrales Ergebnis ist das vom ZSW entwickelte Prognosesystem GridSage.

Arbeitspaket 3.4: Hochrechnungen, Prognosen und Bilanzierung

Ziel

Das Arbeitspaket sorgt für die räumliche und zeitliche Abstimmung zwischen verteilter Erzeugung und Verbrauch. Durch Digitalisierung, leistungsfähige Algorithmen und gezielte Nutzung von Flexibilität werden präzise Hochrechnungen (Ist-Zustand) und Prognosen für Energieflüsse, Erzeugungspotenziale und Lasten bereitgestellt – als Grundlage für flexible Markt- und Netzprozesse im Infrastruktur-Informationssystem (IIS).

Methoden

  • Aufbereitung, Validierung und Anreicherung von Stamm- und Bewegungsdaten (u. a. automatisierte Parametrierung von PV-Anlagen mittels Bilderkennung und neuronaler Netze)
  • Entwicklung und Verbesserung von Prognoseverfahren mit maschinellem Lernen, neuronalen Netzen und statistischen Methoden
  • Berücksichtigung und Korrektur von Störgrößen (Wetter, technische Einflüsse, Anlagenalterung)
  • Erfassung und Aggregation von Flexibilitätspotenzialen in Microgrids und Quartieren
  • Schnittstellen-Entwicklung zur Anbindung an Netzleitsysteme und Echtzeit-Simulationen

Ergebnisse

  • Deutliche Verbesserung der Prognosegüte (z. B. Reduktion des RMSE um bis zu 80 % durch Leistungskorrektur)
  • Hochwertige Anreicherung des Marktstammdatenregisters (MaStR) – bis zu 83 % der PV-Anlagen automatisiert parametriert
  • Entwicklung des praxistauglichen Prognosesystems GridSage für Verteilnetzbetreiber
  • Prototypen für prognosebasierte Lastflussrechnung in Netzleitwarten (z. B. Stadtwerke Schwäbisch Hall)
  • Erfolgreiche Demonstration von Flexibilitätsbereitstellung durch Microgrids und optimiertem Speichereinsatz
  • Autarkes Sensornetzwerk ISInet für hochaufgelöste Einstrahlungsmessung und Kurzfristprognosen

Die Ergebnisse schaffen mehr Transparenz in Verteilnetzen, ermöglichen frühzeitige Engpasserkennung und unterstützen den sicheren und netzdienlichen Betrieb bei steigendem Anteil fluktuierender Erneuerbarer Energien.

Links

Veröffentlichungen

In der Presse

Ansprechpartner

Jonas Petzschmann
+49 711 7870-160
Logo c sells

Weitere Informationen über das Projekt

Projektlaufzeit: 2017-2020

Gefördert durch: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)

Projektpartner:  57 Partner aus Wissenschaft, Industrie und Netzbetrieb in den Modellregionen Bayern, Baden-Württemberg und Hessen

 

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