Um wirkungsvolle energiepolitische Maßnahmen ergreifen zu können, benötigt die Politik wissenschaftlich fundierte, belastbare, und neutrale Entscheidungsgrundlagen. Diese müssen bereits verfügbare und in der Entwicklung befindliche Technologien umfassen sowie deren Potenzial und deren künftige Effekte im  Energiesystem präzise analysieren. Die Analysen ermöglichen die Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Politik. 

Ansprechpartner

Dipl.-Wirt.-Ing. Maike Schmidt
+49 (0)711 78 70-232

// Gutachten für politische Entscheidungsträger

Sowohl die bundes- als auch die landespolitischen Entscheidungsträger greifen auf die Expertise des ZSW zurück. So stützt sich beispielsweise die baden-württembergische Landesregierung mit ihrem 2012 verabschiedeten Klimaschutzgesetz auf eine ZSW-Studie. Kern dieser Studie war die Entwicklung eines Energieszenarios Baden-Württemberg.

In einem weiteren Gutachten wurden im Auftrag des Landesumweltministeriums die zu erwartenden ökonomischen Wirkungen des Klimaschutzgesetzes abgeschätzt. Das vom ZSW entwickelte Energieszenario Baden-Württemberg 2050 wird zudem als Grundlage für die strategische Ausbauplanung des Verteilnetzes in Baden-Württemberg genutzt.

Entwicklung der gesamten systemanalytischen Differenzkosten für Maßnahmen im Zeitraum 2012–2020. (Die Differenzkosten bilden die mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien verbundenen gesamtwirtschaftlichen
Mehr- bzw. Minderkosten im Vergleich zur konventionellen Energieversorgung ab.) Grafik: ZSW

// Ökonomische Wirkungen der Energiewende

Ausgehend von technisch orientierten Potenzialanalysen, Machbarkeitsstudien und Szenarien ist die Bewertung der ökonomischen Wirkungen ein wichtiges Themenfeld des ZSW. Im Fokus stehen beispielsweise Veränderungen von Wertschöpfungsstrukturen und Beschäftigungseffekte durch die Energiewende. Die entwickelten Methoden sind jedoch nicht auf die Bewertung der Situation in Deutschland und Europa beschränkt: So haben die ZSW-Wissenschaftler im Sommer 2015 in einem vom Solar Cluster Baden-Württemberg koordinierten Projekt die potenziellen ökonomischen Effekte des Aufbaus einer vertikal integrierten Photovoltaikproduktion im brasilianischen Bundesstaat Paraná bestimmt. Dies dient den Entscheidungsträgern vor Ort als wertvolle Entscheidungshilfe.

Ebenfalls als Entscheidungshilfe können mit dem im ZSW entwickelten Computer-Modell P2IONEER  (Power Plant Integration and Optimisation of climate Neutral Energy Resources) virtuelle Kombikraftwerke simuliert und optimiert werden. Das Modell umfasst die Simulation von energieautarken Regionen mit bis zu 100 % Durchdringungsgrad von erneuerbaren Energien und die Kostenoptimierung des Erzeugungsmixes.