Das ZSW erforscht aktuell Perowskitsolarzellen, deren Hauptvorteile die günstigen Herstellungsverfahren und ihre hohe Effizienz sind. Zudem können sie hervorragend mit anderen Materialien zu so genannten Tandemsolarzellen verbunden werden.
Unsere Forschung konzentriert sich dabei auf die Entwicklung ökonomisch und ökologisch nachhaltiger Herstellungsprozesse für flexible und starre Perowskitmodule sowie Perowskit-Tandemsolarzellen. Dabei verfolgen wir einen konsequent nachhaltigen Ansatz: Die Prozessierung basiert überwiegend auf nasschemischen Verfahren unter Umgebungsbedingungen und dem Einsatz umweltfreundlicher, grüner Lösungsmittel.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Skalierung der Technologie auf Modulgrößen von bis zu 30 × 30 cm² sowie auf der Optimierung von Effizienz, Lebensdauer, Materialeinsatz und Prozesskosten. Durch die enge Verzahnung von Forschung und Anwendung schaffen wir die Grundlage für eine industrielle Umsetzung innovativer Perowskit-Technologien. Der Technologietransfer in die Praxis bildet dabei einen zentralen Bestandteil unserer Arbeit und unterstützt die schnelle Überführung vielversprechender Forschungsergebnisse in marktfähige Lösungen.
Im Perowskit-Kompetenzcluster erarbeiten wir gemeinsam mit dem KIT und ipv der Uni Stuttgart eine Pilotlinie. Erfahren Sie mehr hier.
Mit unseren Forschungsarbeiten leisten wir einen Beitrag zur Entwicklung der nächsten Generation hocheffizienter Photovoltaik-Technologien und unterstützen den Übergang zu einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Energieversorgung.
Es gibt verschiedene Konzepte für Perowskit-Solarzellen. Die klassische Struktur baut ähnlich wie farbstoff-sensibilisierte Solarzellen auf einer mesoporösen Schicht aus Metalloxiden auf. Daneben gibt es invertierte planare Solarzellen, die analog zu organischen Solarzellen aufgebaut sind, nur, dass anstelle der organischen Absorberschicht eine Perowskitschicht verwendet wird. Dieser Ansatz ist umso aussichtsreicher, als hierbei nur moderate Verarbeitungstemperaturen notwendig sind.
Auf dem Weg zur industriellen Reife der neuen Technologie sind noch einige Herausforderungen zu lösen: Die Stabilität der Perowskitzellen muss verbessert werden, und es wird nach Möglichkeiten gesucht, das Blei durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen.
Das ZSW untersucht und testet die verschiedenen Konzepte zur Herstellung und zum Aufbau der Perowskit-Solarzellen und entwickelt diese im Hinblick auf industrierelevante Aspekte weiter.
Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung von semitransparenten Zellen und Tandemstrukturen im Verbund mit Silizium und CIGS-Solarzellen, um das Sonnenspektrum effizienter nutzen und den Wirkungsgrad weiter steigern zu können.
Tandemsolarzellen können das Lichtspektrum deutlich effizienter nutzen als herkömmliche Einfach-Solarzellen und können daher höhere Wirkungsgrade erzeugen – perspektivisch bis in den Bereich von 30 %. Sie bestehen aus mindestens zwei Subzellen mit unterschiedlichem Absorptionsbereich bzw. sogenannter Bandlücke.
Die Bandlücke von Perowskitsolarzellen lässt sich leicht durch die Anpassung der Zusammensetzung modifizieren. Somit können perfekt abgestimmte Perowskit-Subzellen designt werden für die Herstellung von Perowskit-Silizium-, Perowskit-CIGS- oder Perowskit-Perowskit-Tandemsolarzellen.
Der Schwerpunkt des ZSWs liegt auf der Herstellung von Perowskit-CIGS-Tandemzellen, die entweder direkt monolithisch aufeinander abgeschieden werden und daher wie gewohnt einen Plus- und einen Minuskontakt haben („2-Terminal- [2T]“) oder aber separat hergestellt und elektrisch getrennt aufeinander montiert werden und daher insgesamt 4 elektrische Kontakte aufweisen („4-Terminal [4T]")-. Dies wird in mehreren Projekten (PERCISTAND, CAPITANO) gefördert.


Das ZSW baut aktuell eine Vor-Pilot-Linie zur Beschichtung von Perowskit-Modulen mit industriell skalierbaren Methoden auf für sowohl starre Module, als auch flexible Module mit jeweils Beschichtungsgrößen bis 30 cm x 30 cm².
Erfahren Sie mehr über das PeroClu1 Projekt hier.
Dank der langjährigen Erfahrung in der CIGS-Modultechnologie verfügt das ZSW über das nötige Know-How zur Modulherstellung (Laserstrukturierung, Verschaltung, Messtechnik). Es wurden bereits erfolgreich Perowskitmodule in 10 x 10 cm Größe hergestellt. Neben einfachen (semitransparenten) Perowskitmodulen sollen auch komplette Perowskit-CIGS-Tandem-Module hergestellt werden.
Eine technologische Herausforderung ist die Instabilität der eingesetzten Schichten gegenüber Feuchtigkeit und anderen Umwelteinflüssen. Am ZSW werden beschleunigte Alterungstests in Klimaschränken und im Freifeld durchgeführt, um geeignete Verkapselungsmaterialien zu identifizieren.
Im Sinne von Kreislaufwirtschaft ist es notwendig, bereits im Anfangsstadium eines neuen Materials dessen Recyclingfähigkeit zu erforschen. Das gilt auch für Photovoltaikmodule aus Perowskit, einer Alternative zum klassischen Silizium-Modul. Wie sich die Dünnschichtsolarmodule nach Ablauf ihrer Lebensdauer wiederverwenden lassen, untersucht das ZSW gemeinsam mit Industriepartnern. Ebenso organisiert das ZSW übergreifende Workshops zum Thema Modul-Recycling, siehe Themenwebseite.
